Mabada und Nebo



Nur etwa 35 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman liegt die Stadt Madaba, die bereits in der Bibel Erwähnung fand. Ein Erdbeben machte den Ort im 8. Jahrhundert dem Erdboden gleich und es dauerte rund 1.000 Jahre bis das Gebiet von Christen aus Karak wiederbesiedelt wurde. Im Zuge der Wiederbelebung der Stadt wurden unter dem Schutt wertvolle Mosaiken gefunden, von denen speziell eines für die heutige Bedeutung als wichtiger Besichtigungsort Jordaniens verantwortlich ist.

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Madaba ist ein beliebter Ausgangspunkt für Erkundungen am biblischen Berg Nebo

Das wertvolle Bodenmosaik ist in der griechisch-orthodoxen St. Georgskirche untergebracht, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Forscher gehen davon aus, dass die Erstellung des einst 21 Meter langen und 7 Meter breiten Mosaiks an die 11.000 Stunden dauerte und insgesamt 2,30 Millionen Steinchen enthielt. Datiert wurde das Kunstwerk auf das mittlere 6. Jahrhundert nach Christus.
Das Fliesenbild, das heute nur mehr 16 Meter lang und 5 Meter breit ist, stellt die Karte des Heiligen Landes dar und ist die älteste originale kartografische Ansicht Palästinas. Die Darstellung zeigt aber nicht nur die Region des östlichen Byzantinischen Reiches, sondern auch eine genaue Karte Jerusalems. Der unbekannte Künstler beschränkte sich allerdings nicht nur auf die topografische Ansicht, sondern schmückte die Karte zudem äußerst detailreich. So schwimmen im Jordan Fische, die vor dem Toten Meer haltmachen, ein Löwe jagt in der Wüste eine Gazelle und die rund 150 Dörfer und Städte sind mit ihren Gebäuden dargestellt und in griechischer Sprache benannt.

Madaba ist zudem ein beliebter Ausgangspunkt für Erkundungen am biblischen Berg Nebo. Der christlichen Überlieferung zufolge erreichte Moses nach dem erfolgreichen Auszug aus Ägypten und der Erteilung der Zehn Gebote am Berg Sinai schließlich den 840 Meter hohen Berg Nebo. Vom Gipfel erblickte der betagte Moses endlich das Gelobte Land und starb wenig später an dieser Stelle. Heute ist der Berg eine offizielle Pilgerstätte des Christentums, der auch von den Päpsten Johannes II. im Jahr 2000 und Benedikt XVI. im Jahr 2009 besucht wurde.
Auf der Bergspitze erinnert die Moses-Gedächtnis-Kirche, die vom Franziskanerorden geführt wird, an das wichtige Kapitel in der christlichen Geschichte. Das Bauwerk aus dem 5. Jahrhundert beherbergt prächtige Mosaiken, wie jenes in der Taufkapelle.
Bei klarem Wetter bietet sich vom Gipfel des Berges ein großartiger Fernblick auf die Umgebung. Das Tote Meer und das Jordantal sind ebenso zu sehen wie das Westjordanland jenseits der Grenze.