Spuren der Kreuzritter in Jordanien



Die sagenumwobenen Kreuzritter erreichten auf ihren Reisen in den Mittleren Osten auch Jordanien. Um die Bewohner der Städte zu schützen, bauten die Generäle imposante Festungen, aber auch die Kreuzfahrer selbst errichteten Burgen, um eroberte Gebiete zu verteidigen.
Von den fast 1.000 Jahre alten Bauwerken sind noch einige erhalten und geben Zeugnis von der Zeit der Kreuzzüge. Die Festungen befinden sich an der sogenannten „Königsstraße“, die von Syrien bis Ägypten und Arabien führt, und bereits seit 5.000 Jahren besteht.

Im Norden Jordaniens liegt die Burg von Ajloun, die 1184 zum Zweck, Ajloun und seine Erzbergwerke vor den Kreuzrittern zu schützen, erbaut wurde. Die Burg hatte eine strategisch hervorragende Positionierung, denn von seiner erhöhten Lage erlaubte die Festung einen Blick auf die wichtigsten Handelsrouten sowie das gesamte Jordantal.
Über Jahrzehnte hinweg versuchten die Kreuzfahrer erfolglos die Burg einzunehmen, erst mongolische Eindringlinge konnten die Burg 1260 zerstören. Der Sultan aber konnte die Burg zurückerobern und schließlich wieder aufbauen.
Massive Wände, die von vier Türmen flankiert und mit einer großen Anzahl von Schießscharten versehen waren, umgaben die ursprüngliche Burg, die zudem mit einem breiten Burggraben geschützt war. Wenige Jahre später wurde die Festung um einen fünften Turm und eine Brücke erweitert. Heute sind noch Ruinen der Burg mit Treppen, Galerien sowie ein Verlies zu besichtigen.

Unweit des Südendes des Toten Meeres liegt die Burg von Karak, die von den Kreuzrittern erbaut wurde. Berühmtester Bewohner war der französische Kreuzzüger Renaud de Chatillon, der vor allem für seine Treulosigkeit und Brutalität bekannt war.
Die Burg begeistert mit ihrer Mischung aus arabischem und byzantinischem Stil sowie ihrer gigantischen Ausmaße. Im Inneren erinnern unterirdische Steingewölbe, zahlreiche Gänge, die Versorgungsräume sowie die Ruinen der Kapelle und des Palastes an die einstige Pracht der Festung.

Jordanien Sehenswürdigkeiten Kreuzritterfestungen
Die Kreuzritterburg Karak

Wegen ihrer Größe, aber vor allem wegen ihrer Lage ist die Kreuzfahrerburg Montreal oder Shobak nahe der Felsenstadt Petra bekannt. Auf 1.390 Meter Seehöhe liegt die Festung auf einem einzelnen Berg mit Blick auf die herrlichen Felsformationen der umliegenden Steinwüste. Diese Positionierung in Kombination mit dem natürlichen Burggraben machte die Festung beinahe uneinnehmbar. So konnte die Burg, die 1115 erbaut wurde, erst nach zweijähriger Belagerung 1189 von Saladin eingenommen werden. Dies war aber auch nur deshalb möglich, weil die Besatzung der Festung aufgrund von Salzmangel erblindet war.
In den Ruinen der Burg begeistern die Überreste einer schlichten Kapelle sowie jenen eines dreischiffigen Gotteshaus. Zu erkennen sind auch zwei der drei im 12. Jahrhundert bestehenden Mauerringe mit Schießscharten.