Das antike Jerash



Nur rund 50 Kilometer von der jordanischen Hauptstadt Amman entfernt, liegt mit Jerash oder Gerasa die siebtgrößte Stadt des Landes. Jerash ist ein beliebtes Ziel bei Reisenden aus der ganzen Welt, denn die römischen Ausgrabungen zählen zu den besterhaltenen im Nahen Osten.

Schon vor über 6.500 Jahren war das heutige Jerash besiedelt. Ihre Blütezeit erreichte die Stadt allerdings erst unter den Römern, die die Stadt 63 vor Christus einnahmen. Die bald zum wichtigen Handelszentrum aufgestiegene Stadt wurde Mitglied der Dekapolis, einem Zusammenschluss von zehn Städten im Osten des Jordangrabens. Umfangreiche Bauarbeiten und eine große Anzahl an großartigen Bauten zollten der Wichtigkeit der Stadt Tribut.
Während die Stadt im 2. Jahrhundert nach Christus durch den Besuch des Kaisers Hadrian noch an Bedeutung gewann, verlor Jerash diese aber in den folgenden Jahrhunderten aufgrund der politischen Situation wieder und geriet schließlich vollkommen in Vergessenheit.
1806 wurde Jerash vom Deutschen Ulrich Seetzen wiederentdeckt und im 20. Jahrhundert begannen Forscher mit Ausgrabungen und Renovierungen der historischen Stätten. Auf der anderen Seite des Tals gründete 1878 ein kaukasischer Stamm eine Siedlung, die heute das moderne Jerash darstellt.

Die lange unter dem Wüstensand begrabene Stadt gilt als gutes Beispiel für die Siedlungen der römischen Provinzen im Nahen Osten. Von Kolonnaden begrenzte Straßen, mächtige Tempel und großzügig dimensionierte Theater wechseln sich in der antiken Stadt mit großen öffentlichen Plätzen sowie zahlreichen Brunnen und imposanten Stadtmauern ab.
Dem Kaiser Hadrian zu Ehren wurde etwas außerhalb der Stadt im Jahr 129 ein Triumphbogen errichtet, der wahrscheinlich als Stadttor dienen sollte. Eine Inschrift deutet darauf hin, dass der Kaiser an jener Stelle ein neues Stadtviertel gründen wollte. Dazu ist es aber nie gekommen. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten, die zum Teil mit originalen Steinen durchgeführt wurden, ragt das Tor bei 25 Meter Breite wieder 21 Meter hoch in den Himmel.
Im Zentrum der antiken Stadt befindet sich die Hauptstraße Cardo Maximus. Von der 800 Meter langen, gepflasterten und mit Säulen gesäumten Straße, die auch die Bezeichnung Königsstraße trägt, sind heute noch mehr als 500 Säulen erhalten.
Oberhalb des Ovalen Forums, einem mit Kolonnaden gezierten Platz, befindet sich der Jupiter-Tempel, der wahrscheinlich auf dem Gelände eines früheren Tempels zu Ehren Zeus steht. Zu sehen sind die Ruinen aus dem 2. Jahrhundert, die sowohl die Tempelmauern als auch originale Säulen, die das Allerheiligste umgaben, umfassen.

Jordanien Sehenswürdigkeiten in Jerash
Das Nymphäum die imposante Brunnenanlage in Jerash

Aus derselben Epoche stammt zudem das Nymphäum, eine zweigeschossige Brunnenanlage mit rund 22 Meter Breite. Imposant sind die Reste der Hallenkuppel, die sich über dem Prachtbrunnen wölbte.