Die Geschichte von Petra



Seit dem 6. Dezember 1985 steht die Stadt Petra in der Liste des UNESCO-Welterbes. Die heute verlassene Stadt hat eine bewegte Geschichte mit zahlreichen Besonderheiten vorzuweisen. Vollständig erschließen lässt diese sich jedoch nicht. Petra war die Hauptstadt des Nabatäerreichs – des ersten arabischen Reichs. Die Nabatäer, ein Verbund nordwestarabischer Nomadenstämme, hinterließen bis auf einige Inschriften keinerlei schriftliche Zeugnisse ihres Wirkens und ihrer Geschichte. Die Vergangenheit der Stadt Petra und des gesamten Reichs der Nabatäer muss also aus den Inschriften, sowie aus biblischen, griechischen und römischen Quellen erschlossen werden.

Ab 9000 v.Chr. war das Gebiet des heutigen Petras dauerhaft besiedelt. Im 6. Jahrhundert wurde Petra durch die Perser erobert. Die Nabatäer konnten das Gebiet um 500 v.Chr einnehmen. Zu Beginn entwickelte Petra sich als Zeltstadt, die auch vereinzelte Höhlenwohnungen aufweisen konnte. Diese Entwicklung ist auf das Wesen der Nabatäer als Halbnomaden zurückzuführen. Die Blütezeit der Stadt begann mit dem Niedergang der Diadochenreiche – Petra stieg zur Hauptstadt auf und entwickelte sich zu einer befestigten Stadt.

Petra Jordanien
Die Felsenstadt Petra in Jordanien



Die Zeltstadt wurde durch feste Bauten ersetzt. Zeitgleich mit dieser Entwicklung verfestigte sich die Machtstruktur des Reiches. Eine feste Königsherrschaft bildete sich heraus. Die Geschichte Petras ist sehr eng mit der des gesamten Nabatäerreiches verbunden. Als dessen Hauptstadt nahm der Einfluss der Stadt mit der des Reichs weiter zu. Das Nabatäerreich wurde in der damaligen Welt immer mächtiger und der Reichtum in der Hauptstadt Petra wuchs. Das Ende des Nabatäerreichs wurde durch die Römer eingeläutet. Diese lösten die Besetzung Jerusalems durch die Nabatäer auf. Für die letzten 200 Jahre seines Bestehens stand das Reich der Nabatäer in einem Vasallenverhältnis zum römischen Reich. Der Reichtum Petras nahm in dieser Zeit noch einmal zu, was zum Bau immer monumentalerer Gebäude führte. Fassaden von Grabtempeln wurden direkt aus dem Stein geschlagen. Im Zentrum der Stadt entstand ein repräsentativer Haupttempel. Die monumentalen Bauten der Stadt Petra, die zum Teil direkt in die dort befindlichen Felsen geschlagen wurden, sind die Grundlage des Namens „Felsenstadt“.

Die Verlagerung der Hauptstadt des Reiches nach Bostra und die Eingliederung des Nabatäerreichs in das römische Reich leiteten das Ende Petras ein. Auch die Bedeutung der Stadt als Handelsplatz nahm immer weiter ab. Trotzdem blieb die Stadt bis in die byzantinische Zeit besiedelt und stieg noch einmal zur Hauptstadt der Provinz Palaestina salutaris auf. Nach zwei schweren Erdbeben in den Jahren 363 und 551 und der Eroberung der Region durch die Araber im Jahr 663 verließen jedoch auch die letzten Einwohner die immer weiter verfallende Stadt.


Die Felsenstadt Petra heute



Die gemauerten Bauten der Stadt sind zum größten Teil nicht erhalten. Lediglich die Ruinen des Haupttempels, eines Tors, die Reste der Hauptstraße, wenige Grundmauern anderer Gebäude und Bodenmosaike byzantinischer Kirchen blieben erhalten. Die monumentalen Felsgräber, die direkt aus den Bergwänden gemeißelt wurden, sind jedoch erhalten. Auch das hinter diesen Felsgräbern liegende Theater der Stadt blieb erhalten. Heuten gilt die Felsenstadt Petra in Jordanien als eine der größten Sehenswürdigkeiten im Nahen Osten. Die aus den Bergwänden geschlagenen Grabtempel sind weltweit einzigartig und in gutem Zustand erhalten. Die Stadt ist nicht bewohnt, wird jedoch von zahlreichen Touristen besucht. Zeitweise wurden direkt in der Stadt Hotels errichtet, diese wurden jedoch bald wieder abgerissen, um die historischen Bauwerke nicht zu beeinträchtigen. Der Eindruck der Stadt ist mit keiner anderen auf der Welt zu vergleichen – sie gilt als einzigartig schöne Sehenswürdigkeit. Durch eine lange Felsschlucht gelangt man in die Stadt und trifft dort zunächst auf das „Schatzhaus“, das in zahlreichen Filmen als Kulisse verwendet wurde. Dieses direkt in die Bergwand geschlagene Gebäude dient als Grab einer königlichen Familie der Nabatäer.

Petra in Jordanien als Reiseziel



Die Felsenstadt Petra stellt aufgrund ihrer weltweit einmaligen, direkt in den Stein geschlagenen Bauwerke und der einzigartigen Atmosphäre ein sehr beliebtes Reiseziel dar. Touristen können Reisen zur Stadt buchen. Diese kann mit einem Fremdenführer erkundet werden.