Meeresbewohner



Das Rote Meer ist für seine enorme Artenvielfalt weltbekannt. Für viele Touristen in Ägypten ist genau das der Grund für einen Besuch an einem der salzigsten Meere der Welt. Das Rote Meer ist nur durch wenige schmale Kanäle mit dem offenen Meer verbunden und die topografischen Barrieren haben dort für die Ausbreitung ganz spezieller Meerestiere gesorgt. Neben zahlreichen Fischarten, findet man dort auch Schildkröten, Muränen, Tintenfische und vieles mehr.

Haie und Delfine




Wer besonderes Glück hat, kann auf einem Tauchgang verschiedene Hai- und Delfingattungen antreffen. Der indopazifische Tümmler ist im Roten Meer heimisch und Tauchern gegenüber meist sehr freundlich gestimmt. Die freilebenden Delfine schwimmen in Schulen durch das türkisblaue Wasser und sollten nur mit Abstand beobachtet werden. Attraktionen wie Schwimmen mit den Delfinen sollten jedoch nicht gebucht werden, denn hier werden die friedlichen Tümmler mit mehreren Booten verfolgt, was die Tiere verschrecken und ihnen erheblichen Stress zufügen kann. Auch ein Treffen mit einem Hai kann bei dem ein oder anderen Tauchgang vorkommen. Zwar gibt es einige gefährliche Rassen wie den Großen Hammerhai oder Bullenhai, die meisten der 40 unterschiedlichen Haigattungen im Roten Meer sind jedoch keine Gefahr für Menschen. Besonders friedlich ist der indopazifische Ammenhai. Er ist hauptsächlich nachts aktiv und bewegt sich untertags nur langsam durch die Riffe in Küstennähe. Viele Taucher haben bereits von den legendären Ammenhaien in den Out Islands der Bahamas gehört, die sich sogar streicheln und füttern lassen. Zwar sollte man dies nicht bei den Ammenhaien des Roten Meeres versuchen, Bestaunen aus geringer Distanz darf man sie jedoch. Generell gilt Unterwasser: Man soll die Tiere nie in die Enge treiben und immer auf sich zukommen lassen – nicht umgekehrt!

Vielfältiges Fischreich




Mehr als 1.200 unterschiedliche Fischgattungen sollen sich im Roten Meer tummeln. Typisch sind Barsche wie der Weißschwanz-Preußenfisch, der an seiner weißen Farbe und schwarzen Flossen erkannt werden kann. Auch Schwärme von bunten Falterfischen sind für viele Taucher ein echtes Highlight. Der Rotmeer Winkel-Falterfisch kann durch seine gelben Zacken am Kopf und Rücken und ein rotes Muster an der Schwanzflosse zugeordnet werden und ist mit seinem schwarz-weiß gestreiften Körper ein echter Blickfang. Die Wimpelfische sind nicht nur aus „Findet Nemo“ bekannt, sondern schwimmen auch in Riffen mit starkem Korallenbewuchs an der Küste Ägyptens umher. Ihr namensgebender Wimpel macht ihre besonders elegante Form aus und die gelben, weißen und schwarzen Streifen sorgen für jede Menge Kontrast am farbenfrohen Riff.

Einige Fischarten sollten nicht aus unmittelbarer Nähe beobachtet werden. So kann sich bspw. der Doktorfisch mit seinen scharfen, skalpellartigen Klingen vor Angreifern verteidigen und für unangenehme Schnitte sorgen. Auch Steinfische, die sich am Sandboden tarnen, können mit neurotoxischen Giften aus Giftstacheln an ihren Flossen für Schmerzen und Herzmuskelstörungen sorgen, hier ist also Vorsicht geboten.

Fische rotes Meer - Fischarten
Fische im Roten Meer - der Feuerfisch


Von Krebsen bis Nacktschnecken



Neben den Flossenbesitzern gibt es noch jede Menge andere Meeresbewohner, die den Tauchgang im Roten Meer verzaubern können. Der Tintenfisch mit dem Namen Hauben-Sepia vergräbt sich im Sandboden und tarnt seine warzige Hautoberfläche gekonnt. Bei genauem Hinsehen kann man die gleitenden Bewegungen der zehnarmigen Kopffüßlers jedoch erkennen. Der Große Bärenkrebs versteckt sich gerne in Felsspalten, kann mit etwas Glück jedoch im Roten Meer gesichtet werden. Er ist mit seiner braunen Farbe zwar kein besonders bunter Anblick, beeindruckt aber durch seine Länge von bis zu 45 Zentimetern. Einige der farbenfrohsten Bewohner des Roten Meeres sind die Nacktschnecken.

Die Rotmeer-Nebrotha ist mit ihrer knallblauen und hellgelben Musterung ein wahres Farbspektakel. Bei einer Größe von 45 Millimetern ist sie zwar schwer zu finden, dient aber als beliebtes Motiv für Unterwasser-Makrofotografie. Auch die Prachtsternschnecke ist mit 65 Millimetern nicht gerade ein Riese. Ihre weiße Färbung mit orangen Punkten und schwarzen Linien macht sie jedoch zu einem auffälligen Meeresbewohner. Die fransige Kiemenkrone an ihrem Rücken dient zur Atmung, während ein Paar Fühler an ihrem Kopf als Riechorgane genutzt werden. Viele der bunten Nacktschnecken sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch giftig. Neben den Schnecken können auch zahlreiche Seesterne, Seepferdchen, Muscheln, Quallen und Würmer im Roten Meer gefunden werden. Die Artenvielfalt erscheint beinahe grenzenlos.

Im Roten Meer lassen sich jede Menge Meeresbewohner entdecken. Neben eindrucksvollen Begegnungen mit Haien und Delfinen, trifft man auf bunt gemusterte Fischschwärme, perfekt getarnte Tintenfische, entzückende Seepferdchen und vieles mehr. Selbst die kleinsten Bewohner des Roten Meeres sollten nicht unterschätzt werden. Besonders die winzigen Nacktschnecken beeindrucken mit auffälligen Mustern in Neonfarben.