Die Tempel Oberägyptens



Neben den herausragenden Bauten von Luxor, Karnak, Philae und Abu Simbel begeistern in Oberägypten weitere Tempel mit ihrer großartigen Architektur sowie den wunderschönen und aussagekräftigen Reliefs.
Die hier erwähnten Tempel von Edfu, Kom Ombo und Esna stehen auf dem Programm jeder Nil-Kreuzfahrt!

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Die Tempel Oberägyptens begeistern durch ihre großartige Architektur und den wunderschönen und aussagekräftigen Reliefs

Rund 100 Kilometer südlich von Luxor steht einer der besterhaltenen Tempel Ägyptens. Der Horus Tempel von Edfu war lange Zeit fast gänzlich mit Sand bedeckt und wurde erst in den 1860er ausgegraben. Die komplette Überdachung und sämtliche Gebäude sind daher gut erhalten und geben interessante Einblicke in die Tempelanlagen der Antike.
Der mehr als 2.000 Jahre alte Tempel war Horus geweiht, der diesen in Form einer großen Falkenstatue bewacht. Den Eingang bildet der 64 Meter hohe Pylon, auf dem die Gottheit gemeinsam mit seiner Frau Hathor abgebildet ist. Ihr zu Ehren befindet sich in der Anlage ein kleiner Tempel, das sogenannte Geburtshaus, Mammisi genannt.
Der Tempel beeindruckt mit seinem großen Säulensaal und dem Allerheiligsten, das von mehreren Kapellen eingerahmt wird sowie den bestens erhaltenen Wandreliefs. Die Inschriften im Tempelumgang etwa erzählen vom Wirken der Gottheit und zeigen eine Darstellung von Horus Feinden als Krokodile und Flusspferde.

Etwa zur gleichen Zeit wurde auch der Doppeltempel von Kom Ombo erbaut, von dem sich ein herrlicher Blick auf die Umgebung bietet. Der Doppeltempel ist gleichzeitig dem Gott Sobek und dem Gott Haroeris geweiht. Den ersten Pylon, den Hof und die Säulenhalle teilen sich die Tempel noch, ab dem Säulensaal entwickeln sich aber zwei symmetrische Hälften.
Trotz oder vielleicht gerade wegen seiner erhöhten Lage wurde der Tempel über die Jahrhunderte durch die Kraft der Naturgewalten stark in Mitleidenschaft gezogen und so sind heute nur Teile des einst prachtvollen Bauwerks zu sehen. Gut erhalten blieben die Vorhalle und der Säulensaal, von den restlichen Teilen sind noch einzelne Wände und Säulen zu sehen. Nennenswert sind zudem die Reliefs im äußeren Tempelumgang sowie die in der Hathor Kapelle ausgestellten Krokodile, die hier vor etwa 2.000 Jahren einbalsamiert wurden.

Vom Tempel von Esna ist nur mehr die Säulenhalle erhalten, die den Eingang zum Tempelinneren darstellte. Der Tempel wurde von Ptolemäus IV. auf den Ruinen eines früheren Bauwerks, wahrscheinlich aus der 18. Dynastie, errichtet, trägt aber auch Reliefs von späteren Herrschern und römischen Kaisern.
Der Tempel liegt rund neun Meter unter dem Niveau der heutigen Stadt Esna. Die jährlichen Hochwasser und damit einhergehenden Überschwemmungen ließen den Tempelbereich über die Jahrhunderte unter Schlick versinken.