Das Tal der Könige



Eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens ist das Tal der Könige. Die am Westufer des Nils gelegene Nekropole zählt zu den faszinierendsten der Welt, nicht zuletzt aufgrund der großen Anzahl an gefundenen Gräbern.
Nur ein kleiner Teil der Ruhestätten darf besichtigt werden, da der große Besucheransturm die einzelnen Gräber in Mitleidenschaft zieht. Die Eintrittskarte erlaubt die Besichtigung von drei Felsengräbern, wobei jenes des Tutanchamun eines eigenen Tickets bedarf. Zum Schutze der jahrtausendealten Grabstätten ist der Besuch des einzelnen Grabes auf 10 Minuten beschränkt und die zu besichtigenden Gräber wechseln immer wieder.
Einige Grabanlagen mussten zudem gesperrt werden, so etwa die Totenstätte des Sethos I., die zu den prächtigsten und größten Gräbern im Tal der Könige zählt.

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Das Tal der Könige ist eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens

Die Geschichte des Tals der Könige geht weit zurück. Forschungen zufolge wurde der erste Totentempel bereits rund 2.000 vor Christus erbaut. Ursprünglich wurde das Tal aber nicht von Pharaos, sondern von hochrangigen Beamten als Totenstätte genutzt.
Etwa in der 18. Dynastie (ab ca. 1.500 vor Christus) begannen die Pharaonen im Tal des Westgebirges ihre Grabstätten zu errichten. Das abgelegene Tal, das von einem pyramidenförmigen Berggipfel überragt wird, schien ideal um die Ruhestätten vor Grabräubern schützen. Der erste Pharao, der sich ein Grab anlegen ließ, war Thutmosis I., dessen Felsengrab gerne besichtigt wird.
Bis zur 20. Dynastie (ab ca. 1.100 vor Christus) ließen sich die Herrscher ihre Felsengräber im Tal der Könige anlegen. Der letzte Herrscher war Ramses XI., der zwar noch den Auftrag gab eine Ruhestätte zu errichten, das Grab aber nie benutzte. Zu diesem Zeitpunkt dürften schon zahlreiche Gräber geplündert worden sein.

Viele der Gräber sind wunderbar dekoriert und verfügen über herrliche Wandmalereien, die vom Leben des Pharaos, aber auch von Kulthandlungen oder Götterprozessionen erzählen. Das Grab von Thutmosis I. etwa begeistert mit seiner Sargkammer, deren Decke ein mit zahlreichen Sternen dargestellter Himmel schmückt. Andere Totenstätten punkten mit zahlreichen Gängen und Kammern sowie gut erhaltenen Sarkophagen.

Das bekannteste Grab ist jenes des Tutanchamun, das 1922 von Howard Carter entdeckt wurde und relativ unberührt war. Verglichen mit anderen Gräbern ist dieses sehr klein und mit einfachen Zeichnungen dekoriert. Sensationell sind aber die Grabbeigaben, die gefunden wurden: die reich verzierte Totenmaske, ein goldener Thron, zahlreiche Statuen, Schreine sowie Gebrauchsgegenstände des Pharaos. Der Großteil der Schätze ist heute im Ägyptischen Museum in Kairo untergebracht, die Mumie des Herrschers ruht aber in der ursprünglichen Totenstätte im Tal der Könige.