Die Halbinsel Sinai



Zwischen Afrika und der arabischen Halbinsel liegt die Sinai-Halbinsel, die hierzulande vor allem wegen seiner beliebten Badeorte und den herrlichen Tauchgründen bekannt ist.
Das Hinterland ist ein unwirtliches Gebiet, was nicht zuletzt daran liegt, dass es auf der gesamten Halbinsel keinen Fluss gibt. Die einzigen Wasservorkommen stammen aus Oasen, die über fossile Wasserquellen verfügen. An der Küste wird der Wasserbedarf mit Hilfe von Entsalzungsanlagen gedeckt.
Die karge Landschaft im Norden, die aus Sand- und Kieswüsten besteht, geht Richtung Süden in ein zerklüftetes Bergmassiv über. Die höchste Erhebung ist dabei der Katharinenberg mit 2.637 Meter Höhe. Steile Felsklippen, Schluchten und Wadis komplettieren das Landschaftsbild, bis an der Küste die beliebten Strände der Halbinsel auftauchen.

Am 2.285 Meter hohen Mosesberg soll der Bibel nach Moses die 10 Gebote Gottes erhalten haben, weswegen der Berg seit Menschengedenken eine wichtige Pilgerstätte war. Heute geht es vielmehr um die herrliche Aussicht, die täglich hunderte Reisende auf den Berg lockt. Besonders beeindruckend ist der Blick während der Morgendämmerung, wenn die wilde Berglandschaft von der aufgehenden Sonne wunderschön erleuchtet wird. Um dieses Spektakel zu beobachten, machen sich Reisegruppen bereits in der Nacht auf den Weg Richtung Gipfel. Die zwei- bis dreistündige Wanderung kann durchaus als anstrengend empfunden werden, weswegen viele Reisende den Aufstieg mit dem Kamel vorziehen.

Ägypten Sehenswürdigkeiten Katharinenkloster Sinai
Das Katharinenkloster am Fuße des Mosesberges auf der Halbinsel Sinai

Im Zuge einer Mosesberg-Besteigung lohnt sich der Besuch des am Fuße des Berges gelegenen Katharinenklosters. Auch dieser Ort ist eng mit der Heiligen Schrift verbunden, denn inmitten der heutigen Anlage soll sich jener Platz befinden, wo Gott Moses in einem brennenden Dornbusch erschienen ist.
Die im 6. Jahrhundert nach Christus erbaute Anlage war ursprünglich der Heiligen Maria geweiht. Als die Mönche im Mittelalter aber Gebeine einer Frau auf dem Mosesberg fanden, nahm man an, diese gehörten der Märtyrerin Katharina, die der Legende nach auf dem Berg Sinai begraben wurde. Die gefundenen Gebeine werden seither in Reliquienkästen im Kloster aufbewahrt.
Beeindruckend sind die mächtige Umfassungsmauer, die die Anlage wie eine Festung erscheinen lässt sowie die dreischiffige Basilika, die wie das Kloster selbst aus dem 6. Jahrhundert stammt und mit dem Apsismosaik in der Kuppel über eines der bedeutendsten Kunstwerke der orthodoxen Kirche verfügt.
Das Katharinenkloster ist heute noch in vollem Betrieb, wovon die Wirtschaftsräume, die Kapellen, das Dormitorium und die Zisternen zeugen. Diese Räumlichkeiten sind aber Teil des Klosterlebens und daher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.