Die Oase von Siwa



Neben den zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten hat Ägypten auch eine traumhafte landschaftliche Attraktion zu bieten. Inmitten der Lybischen Wüste, mehr als vier Fahrstunden von der am Mittelmeer gelegenen Stadt Marsa Matruh, befindet sich die Oase Siwa. Die Wüsteninsel liegt in einer Senke, rund 18 Meter unter dem Meeresspiegel und ist 80 Kilometer lang.
Etwa 23.000 Menschen, größtenteils Berber, leben in der Oase. Das Nomadenvolk hat der Wüsteninsel seinen Stempel aufgedrückt: Bräuche und Sitten sowie die Sprache der Berber und ihre typische Kleidung sind allgegenwärtig.

Die Oase hat eine lange Vergangenheit, schließlich war Siwa über Jahrhunderte neben Delphi und Dodona die wichtigste Orakelstätte der Antike. Etwa im 6. Jahrhundert vor Christus wurde dem Gott Amun zu Ehren ein Tempel gebaut, der Heimat des Orakels war. Forscher vermuten aber, dass Siwa schon lange davor eine bedeutende Orakelstadt war. Erste Aufzeichnungen über die Oase stammen aus der 18. Dynastie, also etwa 1.500 vor Christus. Heute sind im Dorf Aghurmi nur mehr Ruinen des Orakels zu sehen.
Das Orakel von Siwa war wenig redselig, anders als die Quellen der Weisheit in anderen Orakelstätten antwortete das Orakel lediglich mit Ja oder Nein, indem sich die Amun-Statue vor- oder zurückbewegte. Der berühmteste Fragesteller war Alexander der Große. Er bekam vom Orakel seine göttliche Abstammung bestätigt, was ihn veranlasste, sich zum Pharao krönen zu lassen.

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Die Oase Siwa eine traumhafte landschaftliche Attraktion

Es erscheint dem Besucher wie eine Fata Morgana, wenn mitten in der kargen Wüste Ägyptens plötzlich die traumhafte Oase Siwa auftaucht. Die üppige Landschaft aus Palmenhainen, Oliven- und Obstbäumen sowie die sprudelnden Quellen und Seen machen die Oase zu einem ganz besonderen Ort.
Neben der fruchtbaren Umgebung begeistert auch die Altstadt. Zwar sind die Lehmbauten aus dem 13. Jahrhundert teilweise zerstört, der besonderen Stimmung tut dies aber keinen Abbruch. Insbesondere der Inselberg, der sich inmitten der Bauwerke erhebt, bietet ein großartiges Bild.
Siwas berühmteste Quelle trägt den Namen Bad der Kleopatra. Der Legende zufolge hat die Pharaonin bei einem Besuch in der Oase im tiefgrünen Wasser des runden Beckens gebadet.
Im Umkreis der Oase begeistern zwei Erhebungen. Der Gebel el-Mawuta oder Berg der Toten ist eine bekannte Grabstätte der Antike. Die Felsengräber stammen vorwiegend aus der ptolemäischen Zeit und der 26. Dynastie. Der südlich der Stadt gelegene Gebel Dakrour ist vor allem wegen seiner großartigen Aussicht und seines heilenden Sandes, der von Rheumatismus geplagten Personen Linderung verschaffen soll, bekannt.