Der Tempel von Hatschepsut



Der am besten erhaltene Tempel in Theben West ist jener der Herrscherin Hatschepsut, die etwa 1.500 vor Christus herrschte. Unweit des Tals der Könige ließ sich die Königin mit ihrem Terrassentempel ein großes Denkmal setzen.

Die Tochter von Thutmosis I., die Gemahlin ihres Halbbruders Thutmosis II. und die Stiefmutter von Thutmosis III. erlangte nach dem Tod ihres Ehemannes die Macht. Der Beziehung Hatschepsuts und Thutmosis II. entstammte lediglich eine Tochter, weswegen der Stiefsohn Thutmosis III. mit sechs Jahren zum legitimen Nachfolger des Pharaos ernannt wurde. Aufgrund seines geringen Alters führte Hatschepsut die Geschäfte in seinem Namen, bevor sie sich selbst nach wenigen Jahren zum vollwertigen Herrscher Ägyptens ernannte. Erst nach ihrem Tod im 22. Regentschaftsjahr übernahm Thutmosis III. die Führung.
Die Mumie der Hatschepsut war lange verschollen und wurde wahrscheinlich im Grab KV 60 im Tal der Könige gefunden. Anatomische Vergleiche legen den Schluss nahe, dass es sich bei der kahlköpfigen Frauenmumie, die nur zum Teil eingewickelt am Boden lag, um die bekannte Herrscherin handelt.

Ägypten Sehenswürdigkeiten Tempel Hatschepsut
Der am besten erhaltene Tempel in Theben West ist der Tempel von Hatschepsut

Nur kurz nach ihrer Ernennung zur Königin begann der Bau eines der beeindruckendsten Tempel der ägyptischen Hochkultur. An Ort und Stelle dürfte bereits ein Tempel ihres Gatten Thutmosis II. gestanden sein, den sie in großzügiger und imposanter Art und Weise erweitern ließ. Versteckte Darstellungen in den Reliefs deuten auf den Hofbaumeister Senemut als Architekt hin.
Das Bauwerk, eine Kombination aus Toten- und Göttertempel, war den Göttern Amun, Re, Hathor, Anubis und der Herrscherin Hatscheputs selbst geweiht.

Bei der Ankunft begeistert sofort die Frontansicht mit den imposanten drei Terrassen und ihren Pfeilervorhallen. Die Ebenen sind durch große Rampen miteinander verbunden, die die unteren Säulengänge unterbrechen. An den Seiten der Terrassen begeistern Kapellen zu Ehren des Hathor und des Anubis, die wunderschöne Wandmalereien zeigen sowie die Kapelle des Amun.Direkt vor der Felswand befindet sich das Allerheiligste mit einem Barkensanktuar und einem Kultbildraum.
Die Innenwände der Pfeilergänge sind mit herrlichen Reliefs gestaltet, die zum Teil noch Farben zeigen. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Darstellungen, die sich am südlichen Portikus auf der zweiten Ebene befinden. Die Wandmalereien erzählen von der berühmten Expedition ins exotische Punt, das wahrscheinlich im zentralen Afrika oder am Golf von Aden gelegen hat. Die Gaben aus dem fernen Land, darunter viele Tiere, wurden dem Gott Amun geweiht und verblieben im Tempel der Hatschepsut. Im nördlichen Säulengang erinnern Bilder an die göttliche Legitimation der Herrscherin.