Die Sphinx und die Pyramiden von Gizeh



Etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum Kairos liegt das letzte noch existierende Weltwunder der Antike – die Pyramiden von Gizeh. Von etwa 2.620 bis 2.500 vor Christus wurden die imposanten Grabanlagen von Tausenden von Arbeitern errichtet. Dies geschah unter schwersten Bedingungen, denn nach heutigem Wissensstand wurden keinerlei beräderte Transportmittel für das Herbeischaffen der riesigen Steinblöcke verwendet. Allerdings gibt es Theorien, die genialen Bauherren hätten Rampen, Aufzüge oder sogar Kräne verwendet.
Die Pyramiden dienten als Grabmäler für die Pharaonen und ihre Familien und wurden mit äußerst wertvollen Grabbeigaben ausgestattet. Leider fielen viele dieser Schätze wie auch der Großteil der äußeren Verkleidung gierigen Grabräubern zum Opfer.

Die älteste und größte Pyramide ist jene des Pharaos Cheops. Ursprünglich 146,60 Meter hoch, beträgt die heutige Höhe des Bauwerks nur mehr etwas mehr als 137 Meter.
Im Inneren der Pyramide, das durch einen alten Grabräubereingang zu erreichen ist, befindet sich die 47 Meter lange und 8,5 Meter hohe Große Galerie, die in die Grabkammer führt. Dort sind die Überreste des Sarkophages aus Graphit zu sehen. Zwei weitere Kammern, die Königinnen- und die unterirdische Felskammer, sind leer.
Vor der Pyramide befinden sich drei kleinere Pyramiden, in denen die Ehefrauen und die Mutter des Pharaos begraben liegen.

Etwas kleiner ist die Chephren-Pyramide, die aber aufgrund ihrer erhöhten Lage größer als die Cheops-Pyramide wirkt. Die Chephren-Pyramide ist aber unverkennbar, denn als einziges der drei Bauwerke ist an der Spitze der Grabanlage noch ein Teil der Außenverkleidung aus weißem Kalkstein erhalten.
Im Gegensatz zur Cheops-Pyramide ist das Innere nicht spektakulär, nur die Grabkammer mit dem leeren Sarkophag aus Graphit und eine Nebenkammer wurden gefunden.
Ein mehr als 400 Meter langer, mit Granit verkleideter Prozessionsweg führt zum Taltempel, der sich direkt neben der Sphinx befindet.

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Die Sphinx und Pyramiden von Gizeh

Nicht einmal halb so groß wie die beiden anderen Bauwerke ist die Mykerinos-Pyramide. Der obere Teil der äußeren Verkleidung der Grabanlage bestand wie bei den anderen Bauwerken aus Kalkstein, die unteren Lagen wurden aber mit Rosengranit eingefasst.

Als "vierte Pyramide" gilt das 17 Meter hohe Grab der Königin Chentkaus I. Aufgrund seines Aufbaues, der jener einer zweistufigen Stufenpyramide ähnelt, wurde das 1932 erforschte Grab ursprünglich für eine nicht vollendete Pyramide gehalten.

Unweit der Pyramiden befindet sich die 73,50 Meter lange und rund 20 Meter hohe Sphinx von Gizeh. Das imposante Bauwerk war viele Jahrhunderte fast gänzlich mit Sand bedeckt, was zum guten heutigen Zustand wesentlich beitrug. Die Bedeutung des liegenden Löwen mit dem Menschenkopf ist ebenso wenig geklärt wie die Frage nach dem Bauherren.