Die Hafenstadt Alexandria



Im Norden Ägyptens, direkt am Mittelmeer liegt die Hafenstadt Alexandria. Heute einer der wichtigsten Häfen des Landes spielte Alexandria schon in der Antike eine bedeutende Rolle. 331 vor Christus gründete Alexander der Große die Stadt, erlebte das Ergebnis des Baus nach den Plänen des griechischen Architekten Deinokrates aber nicht. Wenige Jahre später wurde Alexandria offiziell Hauptstadt des ägyptischen Ptolemäerreichs. Im letzten Jahrhundert vor Christus regierte in Alexandria die bekannteste ägyptische Königin Kleopatra.

Ägypten Sehenswürdigkeiten Alexandria
Die Hafenstadt Alexandria ist eine der wichtigsten Häfen in Ägypten

Leider ist von der geschichtlichen Bedeutung der Stadt heute nicht mehr viel zu spüren. Die herausragendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt existieren schon lange nicht mehr:
Alexandria beherbergte einst den berühmten Leuchtturm von Pharos, der zu den Sieben Weltwundern der Antike zählte. Das Bauwerk, das Alexander der Große beauftragt hatte, galt als der erste Leuchtturm der Welt und wurde nach seinem Standort auf der kleinen Insel Pharos benannt. Die Höhe des Turmes, der durch mehrere Erdbeben zerstört wurde, ist ungeklärt und dürfte zwischen 120 und 160 Meter gelegen haben.
Ein weiteres imposantes Bauwerk der Antike war die Große Bibliothek von Alexandria, in der unglaubliche 700.000 Schriftstücke gelagert wurden. Leider wurde auch dieses Gebäude zerstört, über das Wie sind sich die Experten nicht einig.

Heute noch Bestand hat aber die Bibliotheca Alexandrina, die erst 2002 eröffnet wurde. Bereits 1987 begann die Planung des von der UNESCO initiieren Projekts. Heute sind in der Bibliothek unter anderem Schriften in fast allen Sprachen sowie ein Internet-Archiv und der größte Lesesaal der Welt untergebracht. Die Bibliothek befindet sich an der Corniche, der lebendigen Uferpromenade Alexandrias.

Eine beliebte Sehenswürdigkeit ist die Pompeius Säule. Der knapp 30 Meter hohe Pfeiler stammt aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und war Teil des Sarabium-Tempels. Eigentlich zu Ehren des Kaisers Diokletianus erbaut, wurde die Säule von den Kreuzrittern irrtümlich nach Gnaeus Pompeius Magnus benannt, über dessen Grab das Bauwerk errichtet wurde.

Auf den Überresten des legendären Leuchtturms von Pharos wurde im 15. Jahrhundert vom Mamluken-Sultan Qait Bey eine imposante Festungsanlage erbaut. Die Burg zählte für viele Jahrhunderte zu den wichtigsten Verteidigungspunkten der Stadt.

Sehenswert sich auch die Katakomben von Kom esch-Schufaga. Hierbei handelt es sich um unterirdische Grabbauten aus dem 1. und 2. Jahrhundert nach Christus. In rund 20 Meter Tiefe verteilen sich die Wandgräber und Sarkophage auf drei Stockwerken. Die Katakomben, die ägyptische, römische und griechische Traditionen vereinen, entführen den Besucher in eine spektakuläre Totenstadt.