Das Ägyptische Museum in Kairo



Das Ägyptische Museum in Kairo ist weltweit das größte Museum für ägyptische Kultur. Schon 1835 wurde damit begonnen, archäologische Schätze der Hochkultur zu schützen. Die Artefakte wurden erst in einem kleinen Haus im Esbekiah Park, später in der Saladin Festung und schließlich in einem Museum in Bulaq ausgestellt. Als viele der Objekte 1878 einem Hochwasser zum Opfer fielen, wurde die Notwendigkeit eines dauerhaften Ausstellungsplatzes deutlich. Die Schätze wurden in den Giza Palast gebracht und verblieben dort bis zur Eröffnung des heutigen Ägyptischen Museums am Al-Tahrir-Platz 1902.

Das Museum, das ursprünglich für 50.000 Objekte geplant war, beherbergt mittlerweile mehr als 120.000 Artefakte altägyptischer Kunst. Werke aus allen Epochen der Zeitgeschichte sind ausgestellt: Schätze aus der Frühgeschichte, der Thinitenzeit, des Alten, des Mittleren und des Neuen Reiches sowie der Dritten Zwischenzeit, der Spätzeit und der Griechisch-Römischen Zeit.
Für den Besuch des Museums empfiehlt sich eine Führung. Bei der Vielzahl an Ausstellungsstücken und der großen Besucherzahlen verliert der Reisende ohne Anleitung nur allzu leicht den Überblick. Um die Gesamtheit der Ausstellung zu erfassen, empfehlen sich mehrere Besuche.

Das Ägyptische Museum beherbergt eine große Auswahl an Grabbeilagen, Sarkophagen, Statuen, Überreste von alten Schiffen und sogar Mumien. Während für die Ausstellung der menschlichen Mumien im "Royal Mummy Room" eine separate Eintrittskarte notwendig ist, sind die teils sehr gut erhaltenen Tiermumien frei zugänglich. Besonders sehenswert sind auch die "Old Kingdom Rooms", die Totenmasken und Abbildungen aus Sakkara und Gizeh beherbergen.
Zusätzlich zu den bereits ausgestellten Schätzen liegt im Keller des Museums noch eine große Zahl an bis jetzt nicht katalogisierten Fundstücken.

Ägypten Sehenswürdigkeiten Ägyptisches Museum
Das Ägyptische Museum in Kairo ist das weltweit größte Museum für ägyptische Kultur

Herzstück der Ausstellung ist die goldene Totenmaske Tutanchamuns. Für das rund 50 cm hohe Kunstwerk wurde rund 11 Kilo reines Gold verarbeitet und zusätzlich wurde die Maske mit herrlichen Glasflüssen und Edelsteinen dekoriert. Die Fundstücke aus dem Grab Tutanchamuns belaufen sich auf etwa 3.500 Stück, von denen an die 1.700 im Ägyptischen Museum ausgestellt sind. Diese Menge an Funden in einem Pharaonengrab ist einzigartig und war nur deshalb möglich, weil das Grab erst im Jahre 1922 von einem britischen Ägyptologen entdeckt wurde.