Die Stadt Abydos



Am westlichen Ufer des Nils, nördlich von Luxor, liegt die Stadt Abydos, die in der Antike als eines der wichtigsten Wallfahrts- und Kultzentren galt. Vor allem der altägyptische Totenkult wurde hier ausführlich zelebriert, schließlich soll der Totengott Osiris in Abydos begraben sein.
Im Zuge der archäologischer Forschungen konnten leider nur wenige Spuren der antiken Stadt ausgegraben werden. Dafür sind die gefundenen Tempel teilweise sehr gut erhalten.

Im 13. Jahrhundert ließ der Pharao Sethos I. den heute noch immer in guten Zustand befindlichen Osiris-Tempel erbauen. Der Tempel, der ursprünglich von einer Lehmmauer eingefasst war, ist in Anlehnung an den Urhügel mit mehreren Terrassen gestaltet und mit Säulenhallen ausgestattet.
Der Eingangspylon und die beiden Höfe sind leider größtenteils zerstört, die anschließenden Säulenhallen mit Reliefs aus der Zeit Sethos I. sind aber gut erhalten. In teils gutem Zustand befinden sich auch die sieben Kapellen, deren Inschriften von der Götterwelt und ihren Kulthandlungen erzählen.
Wichtige Auskünfte über die altägyptischen Herrscher gibt die in einem schmalen Korridor erhaltene „Königsliste“. Die Liste beinhaltet die Namen von 75 Pharaonen, die vor Sethos I. gewirkt haben. Allerdings ist diese Auflistung unvollständig, es fehlen sämtliche Herrscher der 2. sowie einige der 1. Zwischenzeit sowie fünf Pharaonen aus der 18. Dynastie. Diese fünf Herrscher, darunter die selbst ernannte Regentin Hatschepsut, wurden wahrscheinlich aus politischen und religiösen Gründen ausgelassen.

Vom nur unweit des Osiris-Tempels gelegenen Tempel von Ramses II. , sind leider nur mehr Ruinen erhalten. Es fehlen die Decke sowie die oberen Bereiche der Säulen und Mauern, nur die wenigen Reliefs lassen die einstige Prächtigkeit des Tempels erahnen.

Ägypten Sehenswürdigkeiten Abydos
Die antiken Tempel von Abydos

Die Bedeutung des antiken Abydos machen auch die vor- und frühdynastischen Gräber deutlich. In der Ausgrabungsstätte Umm el-Qa’ab wurden Gräber aus dem 3. und sogar 4. Jahrtausend vor Christus gefunden. Es handelt sich somit um die ältesten königlichen Gräber des Landes.
Ägyptologen sind sich uneinig, ob es sich bei den Grabanlagen um Kultgräber oder die tatsächlichen Begräbnisstätten handelt. Grund dafür sind die Mastaba-Gräber in der Stadt Sakkara, wo Grabanlagen mit den Namen derselben Könige gefunden wurden.
Die unter dem Bodenniveau gelegenen Gräber sind nicht mehr überdacht, daher ist nicht bekannt, wie diese tatsächlich ausgesehen haben. Eventuell wurden die Grabanlagen mit Holzbalken überdeckt, monumentale Oberbauten werden von Forschern jedenfalls ausgeschlossen.