Die Tempel von Abu Simbel



Im Süden Ägyptens, fast an der sudanesischen Grenze, liegen die Tempel von Abu Simbel, wahre Meisterwerke antiker Baukunst. Die beiden Tempelanlagen stammen aus dem 13. Jahrhundert vor Christus und wurden zu Ehren des Pharaos Ramses II. und seiner Gemahlin Nefertari errichtet.

In den 1960er Jahren war die Existenz der Felsentempel von Abu Simbel durch die Aufstauung des Nils gefährdet. Mit dem Assuan-Staudamm entstand der Nasser See, der bis in den Sudan reicht. Neben den rund 150.000 Menschen und zahlreichen Dörfern mussten auch die jahrtausendealten Tempel versetzt werden.
Um die Tempel in ihrer Urform zu erhalten, wurden diese in unzählige Blöcke zerschnitten und auf einer Insel im Nasser See detailgetreu wieder aufgebaut. Auch der Felsen, den die beiden Tempel zieren, wurde dem ursprünglichen Standplatz nachempfunden.

Ein Highlight der besonderen Art ist das "Sonnenwunder von Abu Simbel", das schon unter Ramses II. für große Freude sorgte. Dabei dringt die Sonne zweimal pro Jahr bis ins Allerheiligste des Großen Tempels ein und beleuchtet die dort aufgestellten Statuen des Re-Horakhte, des Amon-Re, und des Ramses II . Noch heute kann dieses Naturschauspiel um den 21. Februar und um den 21. Oktober beobachtet werden.

Der Große Tempel ist Ramses II. gewidmet und begeistert mit seiner imposanten Fassade, die 30 Meter hoch ist. Vier rund 20 Meter hohe Statuen des Pharaos thronen an der Fassade, zu deren Füßen fast miniaturhaft wirkende Darstellungen von Familienangehörigen des Herrschers stehen.
Im Inneren des Tempels befinden sich neben der Pfeilerhalle, die den sonst üblichen Säulenhof von frei stehenden Anlagen ersetzt, mehrere Nebenräume sowie das rund 60 Meter in den Berg gehauene Allerheiligste. Die Wände des Tempels sind mit herrlichen Reliefs geschmückt, die unter anderem von den militärischen Erfolgen des Pharaos erzählen. Beeindruckend sind auch die Decken, speziell der Sternenhimmel in der Pfeilerhalle.

Ägypten Sehenswürdigkeiten Abu Simbel
Die Tempel von Abu Simbel - Meisterwerke antiker Baukunst

Nefertari war die Lieblingsfrau des Ramses II. und ihr zu Ehren wurde der Kleine Tempel von Abu Simbel gebaut, der der Göttin Hathor geweiht ist. An der Fassade des Felsentempels befinden sich sechs Statuen, wobei jeweils zwei Darstellungen des Ramses II. Statuen der Gattin Nefertari als Hathor einrahmen. Die Statue der Königin ist dabei interessanterweise gleich groß wie jene des Königs, kleiner dargestellt sind die Kinder, die zu den Füssen des Ehepaares stehen.
Wie im Großen Tempel befinden sich auch im Inneren des Kleinen Tempels eine Pfeilerhalle und ein Kultraum mit ansprechenden Wandmalereien.